Wir leben, als hätten wir unendlich viel Zeit

Gerade haben wir unser 4. Ausbildungsmodul „Perspektiven entfalten“ durchgeführt und sind noch voller Eindrücke und schöner Erfahrungen. Dieses Thema hat es wirklich in sich.

In den letzten Tagen ist wieder sehr viel geschehen, viele Menschen stecken in Schwierigkeiten, mögen in einer festgefahrenen Situation nicht mehr ausharren oder wissen nicht, wie es weiter geht. Wir selbst haben gerade eine solche Situation hinter uns und mir wird bewusst, dass das Thema Perspektiven viel zu wenig beachtet wird und wir uns alle viel lieber mit der Vergangenheit beschäftigen als mit dem, was jetzt gerade wirklich ist. Wann ist denn der richtige Moment, sich mit der Zukunft zu beschäftigen? Wann haben wir denn die Möglichkeit, unsere Zukunft zu gestalten. Irgendwann, wenn alles mal besser ist? 

In unserem Alltagstrott verlieren wir jegliche Weitsicht, treten vor uns hin und versuchen, all den Anforderungen, die auf uns prallen oder die wir uns selber stellen, gerecht zu werden. Wir sind gute „Erfüller“ und “Ausführer”, immer mit der Ausrede, dass es jetzt gerade nicht anders geht.„Keine Zeit, kein Geld, keine Energie”, “jetzt müssen wir grad dies oder das”. Irgendwie geht’s ja, also machen wir so weiter und warten darauf, dass sich etwas im Aussen ändert, etwas das uns im Innern richtig glücklich macht. Aber da kommt nicht viel, also lenken wir uns ab mit Reisen, gehen shoppen, versinken in der neusten Netflix-Serie, lästern über Bekannte, oder ertränken unsere Sorgen mit einer Flasche Rotwein. So verschwenden wir unser Leben und tun so, als hätten wir alle Zeit der Welt. Perspektiven – die können wir uns aus vielen Gründen gerade nicht leisten und wenn doch, dann gehen sie höchstens bis zum nächsten Urlaub.

Wir leben nicht entspannt im "Hier und Jetzt", sondern völlig verspannt im “Wenn und Aber”. (Dr. Rüdiger Dahlke)

Auf seltsame Weise lassen wir die Zeit stillstehen und scheinen uns so sicher zu sein, dass wir alle Zeit der Welt haben, egal, wie elend wir uns fühlen und wie unzufrieden wir mit unserer Situation sind. So vergehen Wochen, Monate oder Jahre und nichts ändert sich. Total paradox, denn eigentlich, so sagen wir, wollen wir aus der Situation raus. Die nächste Ausrede ist stets bereits!

Warum verlieren wir mit den Jahren den Drang, uns für uns selbst einzusetzen und unser Leben in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten? 

Wenn ich meinen Teenagern zuhöre, sind sie voller Pläne und Vorstellungen, wie das Leben sein soll und was sie alles in der Welt verändern möchten. Sie sehen wenig Sinn in dem, was die meisten Menschen tun.  Die Art, wie“man”lebt, scheint sie nicht zu interessieren.

Ich sehe die Dynamik, die Freude am Gestalten, die Neugierde und den Drang, etwas wirklich “Cooles” zu machen - oder noch viel mehr: das zu machen, was sie wirklich wollen, vielleicht sogar, etwas zu machen, was die Welt ein kleines Stück verbessert.

Warum sind wir nicht alle so?

Aber wann genau haben wir das verloren? Wann haben uns das Pflichtgefühl und die Resignation so überwältigt, dass wir uns schlicht nicht mehr trauen, über den Tellerrand hinaus zu denken? Wir wollen unsere “Schäfchen” im Trockenen halten und übersehen dabei, dass wir sie verdursten lassen. Wer ist Schuld daran? Die Schule, die Wirtschaft, das System - oder vielleicht ganz einfach wir selbst, weil wir es zu lassen, dass wir in dieser Situation sind?

Sicherheit scheint hier eine wichtige Rolle zu spielen.

Sicherheit, die es doch eigentlich überhaupt nicht gibt. Gestern hat eine gute Freundin ihren hoch bezahlen Job bei einer Schweizer Privatbank, für den sie erst vor einigen Monaten bei der Konkurrenz abgeworben und eingestellt wurde, verloren. Keine Anzeichen, keine Vorwarnung. Nein, im Gegenteil:  Letzte Woche wurde Sie im Mitarbeitergespräch mit ihrem Vorgesetzten noch mit Lob überhäuft – nichts mehr wert – die Bank wurde quasi über Nacht verkauft und ihrJob ist bereits besetzt (einzigesTrostpflaster: der Vorgesetzte wusste nichts davon, das Gespräch kann sie in guter Erinnerung behalten und sich an der Qualifikation freuen). Weg ist sie, die maximale Sicherheit!

Was heute das wichtigste scheint, kann morgen nicht mehr da sein.

Als Unternehmerin weiss ich, dass es Sicherheit nicht gibt. Ich weiss es auch als ehemalige Ehefrau, als Mutter, als Freundin und einfach als Mensch. Was heute als das Wichtigste scheint, kann morgen nicht mehr da sein. Wissen tun wir es alle, doch scheint es doch, als würde uns diese vermeintliche Sicherheit etwas nehmen: Den Mut, so zu handeln, als gäbe es nichts anderes, als das, was uns gerade wichtig erscheint und wonach wir uns doch eigentlich sehnen.

“Wie oft kann jemand in seinem Leben auf die Schnauze fallen?”- das wurde ich vor ein paar Tagen gefragt. Ich habe keine Ahnung, ich denke jedoch, dass gerade diese Lebensweise erstrebenswerter ist als starr auszuharren und nichts zu verändern, zu wagen oder neu zu beginnen. Menschen die ihr Leben aktiv gestalten, Dinge ausprobieren, verändern und immer wieder aufstehen, diese Menschen haben meine Aufmerksamkeit und meine Bewunderung. 

"Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen." (Thomas Edison) 

Wer Perspektiven ins Auge fasst, tut nichts anderes, als sich damit auseinanderzusetzen, was er will, wofür er brennt, wie er Zeit verbringen will und wie sein Leben auszusehen hat. Selbstbestimmt. Das braucht in den allermeisten Fällen mehr als einen Anlauf. Das kann auch ganz schön unbequem sein. Es kann heissen, für sich selbst einzustehen und den Dingen und Situationen einen Riegel vorzuschieben, was nicht immer angenehme Folgen hat.

Es kann heissen, sich mit dem eigenen Ego auseinandersetzen zu müssen, einen neuen Weg einzuschlagen, nochmals von vorne beginnen zu müssen und die eigene Denkweise zu hinterfragen. Es kann aber auch heissen, sich von Menschen zu trennen, von Ideen, Wertvorstellungen und Lebensweisen, die nicht mehr passen. Kurz: Perspektiven entfalten heisst nicht, sich mit der im Lotto gewonnenen Million auf der Insel in der Hängematte zu sehen, sondern es heisst, Veränderung und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und das bestmögliche aus dem eignen Leben zu machen! Denn eines ist klar - Perspektiven schaffen wir uns nicht irgendwann in Zukunft, sondern jetzt, gerade in diesem Moment. Die schlechte Nachricht, wir schaffen sie uns sowieso, besser also aktiv und bewusst - Schritt für Schritt! 

Wer sich begleiten lässt, kommt schneller aus der Krise.

In Krisensituationen ist es für Betroffene oft nicht mehr möglich, alleine zurecht zu kommen. Unterstützung zu holen ist ratsam, denn gerade mit der Erfahrung und der Sicht von Aussen kann ein guter Coach ein wertvolle Begleiter durch diese Zeit sein, so dass aus der Krise eine Chance werden kann! Mit der AHAA-Methode erhalten Sie zusätzlich Unterstützung, die Dinge zu reflektieren, die Sie vielleicht noch gar nicht kennen. Sie werden nicht nur von mir, sondern auch von einem Pferd durch den Prozess begleitet. Nicht, dass das Pferd ihre Probleme lösen könnte, doch es kann Ihnen durch sein natürliches Verhalten aufzeigen, wie Sie reagieren, verharren, vielleicht auch Dinge, die ihnen nicht bewusst sind spiegeln. Das gute daran, Sie brauchen keinen monatelangen Sitzungsmarathon beim Psychiater zu machen und persönlichkeitsverändernde Medikamente zu schlucken, meist reichen 3-4 Sessions und Sie haben die Zügel für Ihr Leben und die Werkzeuge für die Gestaltung Ihrer Zukunft in Ihrer Hand - Perspektiven entfalten sich - sobald sie aktiv daran arbeiten!